Hiob.

Hiob hatte eine unvorstellbar leidvolle Zeit durchlebt. Daraufhin zeigte Gott ihm seine Macht und Größe. Diese erfuhr Hiob als noch sehr viel größer als sein Leid.
Und zu guter letzt erging es Hiob nach all dem, was er durchmachte, noch viel besser, als zu der Zeit, als er noch nicht alles verloren hatte, was er besaß.

Wenn ich Hiobs Lebensgeschichte mit meiner eigenen vergleiche, kann ich mich an viele ähnliche Situationen erinnern. Nun gut, vielleicht nicht gerade Situationen, aber viel mehr tiefe innere Gefühlswelten, die ich in mir wiederfinde. Ich hatte zwar nie annähernd soviel Grauenvolles erlebt, wie Hiob. Aber ich hatte auch eine Zeit, in der ich ganz und gar an meine Grenzen gestoßen bin. Und mein Leben am Liebsten aufgeben wollte. Aber auch aus diesem Schlamassel hat mir Gott geholfen, indem er mir zeigte, wie weitreichend seine Macht und Herrlichkeit ist.

Hiob; Kapitel 7

Klage über das menschliche Dasein, über sein Los und über Gottes Unbarmherzigkeit – Bitte an Gott um Schonung

Hat der Mensch nicht einen harten Dienst auf Erden, und sind seine Tage nicht wie die Tage eines Tagelöhners? 
Wie ein Knecht, der sich nach dem Schatten sehnt, und wie ein Tagelöhner, der seines Lohnes harrt,
so sind mir zuteil geworden Monde der Nichtigkeit, und Nächte der Mühsal mir zugezählt.
Wenn ich mich niederlege, so spreche ich: Wann werde ich aufstehen? und der Abend dehnt sich hin, und ich werde des Umherwerfens satt bis zur Dämmerung.

~> Kennst du das, wenn dich etwas so sehr quält, dass du die ganze Nacht versuchst zu schlafen, es aber nicht funktioniert? Ich denke, fast jeder kann hier sehr gut mit Hiob mitfühlen.

Mein Fleisch ist bekleidet mit Gewürm und Erdkrusten, meine Haut zieht sich zusammen und eitert.

~> Anmerkung: Hiob war aussätzig.

Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen, und schwinden ohne Hoffnung.
Gedenke, daß mein Leben ein Hauch ist! Nicht wird mein Auge das Glück wiedersehen.

~> Dies waren mal exakt meine Worte.

Nicht mehr wird mich schauen das Auge des mich Sehenden; richtest du deine Augen auf mich, so bin ich nicht mehr.
Die Wolke schwindet und fährt dahin; so steigt, wer in den Scheol hinabfährt, nicht wieder herauf.
Nicht mehr kehrt er zurück zu seinem Hause, und seine Stätte erkennt ihn nicht mehr. 
So will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten, will reden in der Bedrängnis meines Geistes, will klagen in der Bitterkeit meiner Seele.
Bin ich ein Meer, oder ein Seeungeheuer, daß du eine Wache wider mich aufstellst?
Wenn ich sage: Trösten wird mich mein Bett, mein Lager wird tragen helfen meine Klage,
so erschreckst du mich mit Träumen, und durch Gesichte ängstigst du mich,
so daß meine Seele Erstickung vorzieht, den Tod lieber wählt als meine Gebeine.
Ich bin’s überdrüssig – nicht ewiglich werde ich ja leben: Laß ab von mir! denn ein Hauch sind meine Tage.

~> Es macht mir beinahe Angst, das zu lesen. Kann sich das irgendwer vorstellen? Unter den „Gesichten“ versteht man heute wohl eher „Psychose„. Vielleicht wurden ihm aber auch reale Dinge aus anderen Dimensionen gezeigt.

Was ist der Mensch, daß du ihn hochhältst, und daß du dein Herz auf ihn richtest, 
und alle Morgen ihn heimsuchst, alle Augenblicke ihn prüfst?
Wie lange willst du nicht von mir wegblicken, nicht von mir ablassen, bis ich meinen Speichel verschlucke?
Habe ich gesündigt, was tat ich dir an, du Beobachter der Menschen? Warum hast du mich dir zum Angriffspunkt gesetzt, daß ich mir selbst zur Last geworden bin?

~> Die Frage, die wir alle kennen: „Womit hab ich das nur verdient?“ Hiob konnte diese jedoch berechtigt stellen: Das ganze Leid hatte er sich sicherlich nicht verdient!
Und die Reaktion, die wir alle kennen: „Gott ist Schuld an meinem Leid!“ Gott war jedoch nicht derjenige, der ihm das alles zufügte. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann hier nachlesen.

Und warum vergibst du nicht meine Übertretung und lässest nicht vorübergehen meine Missetat? Denn nun werde ich in den Staub mich legen, und suchst du nach mir, so bin ich nicht mehr.

Hiob; Kapitel 38

Erste Rede Gottes: Fragen nach dem Urheber der Schöpfung, der leblosen und belebten Natur

Und Jehova antwortete Hiob aus dem Sturme und sprach: 
Wer ist es, der den Rat verdunkelt mit Worten ohne Erkenntnis? 
Gürte doch wie ein Mann deine Lenden; so will ich dich fragen, und du belehre mich! 
Wo warst du, als ich die Erde gründete? Tue es kund, wenn du Einsicht besitzest!
Wer hat ihre Maße bestimmt, wenn du es weißt? Oder wer hat über sie die Meßschnur gezogen?

~> Anmerkung: Die Bibel sagt ganz deutlich: Die Erde ist kein Zufallsprodukt! Alles ist genau abgemessen!

In was wurden ihre Grundfesten eingesenkt?
Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?
Und wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es ausbrach, hervorkam aus dem Mutterschoße,
als ich Gewölk zu seinem Gewande und Wolkendunkel zu seiner Windel machte,
und ich ihm meine Grenze bestimmte und Riegel und Tore setzte, 
und sprach: Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, und hier sei eine Schranke gesetzt dem Trotze deiner Wellen?

~> Hat sich irgendwer schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass das Meer nur bis zu einer bestimmten Grenze geht und nicht einen Kilometer weiter?
Hier in Haifa bin ich öfter am Meer und ich stelle mir jedes Mal die Frage. Ich stelle mir eine riesige Wanne vor und versuche die Menschen den Größenverhältnissen entsprechend daneben zu setzen. Und dann stelle ich mir vor, wie jemand gegen die Wasseroberfläche pustet und im Grunde genommen müssten dabei Wellen eines viel größeren Ausmaßes überlaufen, aber in der Realität, also am Meer, tun sie das nicht. Gott hat ihnen eine klare Grenze gesetzt.

Hast du, seitdem du lebst, einem Morgen geboten? Hast du die Morgenröte ihre Stätte wissen lassen,
daß sie erfasse die Säume der Erde, und die Gesetzlosen von ihr verscheucht werden?
Sie verwandelt sich wie Siegelton, und alles steht da wie in einem Gewande;
und den Gesetzlosen wird ihr Licht entzogen, und der erhobene Arm wird zerbrochen.
Bist du gekommen bis zu den Quellen des Meeres, und hast du die Gründe der Tiefe durchwandelt?
Wurden dir die Pforten des Todes enthüllt, und sahest du die Pforten des Todesschattens?
Hast du Einsicht genommen in die Breiten der Erde? Sage an, wenn du es alles weißt!
Welches ist der Weg zur Wohnung des Lichtes, und die Finsternis, wo ist ihre Stätte?
daß du sie hinbrächtest zu ihrer Grenze, und daß du der Pfade zu ihrem Hause kundig wärest.
Du weißt es ja; denn damals wurdest du geboren, und die Zahl deiner Tage ist groß!
Bist du zu den Vorräten des Schnees gekommen, und hast du gesehen die Vorräte des Hagels,
die ich aufgespart habe für die Zeit der Bedrängnis, für den Tag des Kampfes und der Schlacht?

~> Aha! So ist das also! Deshalb gibt es immer schlechtes Wetter, wenn etwas Schlimmes passiert! :)
Und ein bisschen muss ich dabei auch daran denken, wie Napoleon nicht bis nach Russland vordringen konnte, weil dort zu viel Schnee war!

Welches ist der Weg, auf dem das Licht sich verteilt, der Ostwind sich verbreitet über die Erde?
Wer teilt der Regenflut Kanäle ab und einen Weg dem Donnerstrahle,

~> Erstaunlich, dass Gott jeden einzelnen Blitz mit seinen ganzen Verzweigungen genau plant! Anscheinend gibt es tatsächlich sowas wie „Zufall“ gar nicht.

um regnen zu lassen auf ein Land ohne Menschen, auf die Wüste, in welcher kein Mensch ist,
um zu sättigen die Öde und Verödung, und um hervorsprießen zu lassen die Triebe des Grases?

~> Es ist noch nicht lange her, als ich durch die Wüste gefahren bin. Und ja, ich habe mich oft gewundert, wie dort überhaupt was wachsen kann! Da wird nichts gegossen oder besprenkelt. Da gibt es vielleicht einmal im Jahr Regen und Gott sorgt dafür, dass das ausreicht!

Hat der Regen einen Vater, oder wer zeugt die Tropfen des Taues?
Aus wessen Schoße kommt das Eis hervor, und des Himmels Reif, wer gebiert ihn? 
Wie das Gestein verdichten sich die Wasser, und die Fläche der Tiefe schließt sich zusammen.
Kannst du knüpfen das Gebinde des Siebengestirns, oder lösen die Fesseln des Orion
Kannst du die Bilder des Tierkreises hervortreten lassen zu ihrer Zeit, und den großen Bären leiten samt seinen Kindern?
Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
Kannst du deine Stimme zum Gewölk erheben, daß eine Menge Wassers dich bedecke?
Kannst du Blitze entsenden, daß sie hinfahren, daß sie zu dir sagen: Hier sind wir? –
Wer hat Weisheit in die Nieren gelegt, oder wer hat dem Geiste Verstand gegeben?

~> Ganz ehrlich: Woher weiß jedes Körperteil so genau, wie es zu funktionieren hat? Hast du jemals darüber nachgedacht?

Wer zählt die Wolken mit Weisheit, und des Himmels Schläuche, wer gießt sie aus, 
wenn der Staub zu dichtem Gusse zusammenfließt und die Schollen aneinander kleben?
Erjagst du der Löwin den Raub, und stillst du die Gier der jungen Löwen,
wenn sie in den Höhlen kauern, im Dickicht auf der Lauer sitzen?
Und das Wild geht in sein Versteck und bleibt in seinen Höhlen.
Wer bereitet dem Raben seine Speise, wenn seine Jungen zu Gott schreien, umherirren ohne Nahrung?

Hiob; Kapitel 39

Weißt du die Gebärzeit der Steinböcke? Beobachtest du das Kreißen der Hindinnen?
Zählst du die Monde, die sie erfüllen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens?
Sie krümmen sich, lassen ihre Jungen durchbrechen, entledigen sich ihrer Wehen.
Ihre Kinder werden stark, wachsen auf im Freien; sie gehen aus und kehren nicht zu ihnen zurück.
Wer hat den Wildesel frei entsandt, und wer gelöst die Bande des Wildlings,
zu dessen Hause ich die Steppe gemacht, und zu seinen Wohnungen das Salzland?
Er lacht des Getümmels der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.
Was er auf den Bergen erspäht, ist seine Weide, und allem Grünen spürt er nach.
Wird der Wildochs dir dienen wollen, oder wird er an deiner Krippe übernachten?
Wirst du den Wildochs mit seinem Seile an die Furche binden, oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen?
Wirst du ihm trauen, weil seine Kraft groß ist, und ihm deine Arbeit überlassen?
Wirst du auf ihn dich verlassen, daß er deine Saat heimbringe, und daß er das Getreide deiner Tenne einscheuere?
Fröhlich schwingt sich der Flügel der Straußin: ist es des Storches Fittich und Gefieder?
Denn sie überläßt ihre Eier der Erde und erwärmt sie auf dem Staube;
und sie vergißt, daß ein Fuß sie zerdrücken, und das Getier des Feldes sie zertreten kann.
Sie behandelt ihre Kinder hart, als gehörten sie ihr nicht; ihre Mühe ist umsonst, es kümmert sie nicht.
Denn Gott ließ sie der Weisheit vergessen, und keinen Verstand teilte er ihr zu.
Zur Zeit, wenn sie sich in die Höhe peitscht, lacht sie des Rosses und seines Reiters.
Gibst du dem Rosse Stärke, bekleidest du seinen Hals mit der wallenden Mähne?
Machst du es aufspringen gleich der Heuschrecke? Sein prächtiges Schnauben ist Schrecken.
Es scharrt in der Ebene und freut sich der Kraft, zieht aus, den Waffen entgegen.
Es lacht der Furcht und erschrickt nicht, und kehrt vor dem Schwerte nicht um.
Auf ihm klirrt der Köcher, der blitzende Speer und Wurfspieß.
Mit Ungestüm und Zorn schlürft es den Boden, und läßt sich nicht halten, wenn die Posaune ertönt.
Beim Schall der Posaune ruft es: Hui! und aus der Ferne wittert es die Schlacht, den Donnerruf der Heerführer und das Feldgeschrei.

~> Wären die Tiere, die von den Menschen „dressiert“ wurden, auch so gehorsam, wenn Gott nicht dafür gesorgt hätte? Gott hat SEINEN Willen in die Tiere gelegt. Und so scheut sich ein Pferd nicht einmal davor, in die Schlacht zu reiten, ohne Angst vor dem Tod!

Schwingt sich der Habicht durch deinen Verstand empor, breitet seine Flügel aus gegen Süden?
Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Adler, und baut in der Höhe sein Nest?
In den Felsen wohnt und verweilt er, auf Felsenzacken und den Spitzen der Berge.
Von dort aus erspäht er Nahrung, in die Ferne blicken seine Augen.
Und seine Jungen schlürfen Blut, und wo Erschlagene sind, da ist er.

Hiob; Kapitel 42

Hiobs Antwort: Anerkenntnis der Größe Gottes und bußfertiger Widerruf seiner Anklagen

Und Hiob antwortete Jehova und sprach:
Ich weiß, daß du alles vermagst, und kein Vorhaben dir verwehrt werden kann.
Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte. 
Höre doch, und ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!
Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen.
Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche.

Originalzitat http://www.bibel-online.net/
– Elberfelder Bibel 1905

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